Archive for October, 2008
* wer auch immer
Posted on October 9th, 2008 by mel. Filed under alles.
mir was gutes tun möchte:
schickt mir plüschviren
besonders ersatzgehirnzellen kann man gar nicht genug haben!
* lieben - erinnerungen
Posted on October 9th, 2008 by mel. Filed under alles, weiche wörter.
der gleichmässige atem, ein kleines grummeln beim umdrehen, das verzogene gesicht, weil ihr streichelnder finger im gesicht kitzelte, ganz sanft, um ihn nicht zu wecken. sein arm liegt unter seinem kopf, sein mund auf seiner hand. langsam fährt sie mit dem zeigefinder seine konturen nach, fast berührungslos, zieht langsam die decke von seinem körper, betrachtet ihn. gott, ist er schön. ihre finger gleiten langsam seinen rücken herunter, bis zu seinem po, ihre hand verharrt dort. ruhig, seine wärme spürend.
gedanken, erinnerungen, gefühle. zeit zieht an ihr vorbei. nichts ist schöner als ein geliebtes wesen beim schlafen zu beobachten. nie ist man seiner liebe näher, fühlt sie intensiver.
er brummt etwas unverständliches, rollt sich zurück in die decke und dreht sich um. lächelnd schläft sie wieder ein. die vögel haben ihr lied noch nicht begonnen.
ein kitzeln weckt sie. er hat ihre haare in der hand und kitzelt sie damit im ohr. “menno” brummt sie und verschwindet unter der decke. er zieht sie weg “die sonne scheint, baby, raus jetzt, zackig!!!” sagte er gut gelaunt, springt aus dem bett und klaut auch noch ihr kissen, in dem sie sich zu verstecken versucht. “du lässt nach, wo ist mein kaffee am bett, hmm?” oh wie sie dieses jungenhafte grinsen liebte. sogar morgens.
sie griff nach seinem kissen und warf es ihm in den flur hinterher. sie reckte sich, griff wieder zu ihrer decke und mummelte sich erneut ein. beobachtete ihn aus ihrer höhle heraus, wie er sich unterwäsche aus dem schrank nahm. sie beobachtete ihn gerne. auch wach.
er blickte hinter der schranktür hervor. “raus jetzt, kaffee steht auf dem tisch, ich will raus. mit dir, komm schon, du penntüte!” maulig setzte sie sich auf “ich hab mich in einen morgenmuffel verliebt, von guter laune morgens stand nix im vertrag! was sind das für neue marotten?” “sommer?” sagte er grinsend und verschwand im bad. toll, dachte sie, 4 stunden schlaf und ein gut gelaunter mann neben mir. das wird ja ein grossartiger tag.
sie stand auf, auf dem wohnzimmertisch stand ihr kaffee. sie nippte daran, heiß, zündete sich eine zigarette an und lauschte den vögeln vor ihrem fenster. mit rasiercreme verschmierten gesicht kam er ins wohnzimmer “gehen wir gleich noch einkaufen oder machen wir ein schlampen - wochenende und kaufen nachher an der tanke ein?” “einkaufen wäre schon sinnvoll, wieso fragst du? pläne?” sie war immer noch nicht richtig wach, aber seine fröhlichkeit steckte langsam an. “wollen wir durchbrennen bis sonntag?” neckte sie ihn. “nein, wollen wir nicht, aber heute will ich erst wieder nach hause, wenn die sonne untergegangen ist. oder wieder aufgeht. oder doch durchbrennen? hamburg? amsterdam? sag was!” kam es aus dem bad zurück. “gestern hatte ich noch etwas von ruhigem wochenende im ohr, hektiker!” rief sie zurück.
lachend stand sie auf, ging ins bad, nahm die zahnbürsten aus dem glas und füllte es mit kaltem wasser, zog den duschvorhang zur seite und kippte ihm das kalte wasser über den körper. “blöde kuh!” schrie er lachend, richtete den duschstrahl auf sie und 5 minuten später war das bad überschwemmt und sie stand bei ihm unter der dusche, dass nasse t-shirt klebte an ihrem körper. küsse, lachen, liebe.
sie liebte es. betrachtete lange seinen arm, den er lässig auf die tür gelegt hatte, die hand am lenkrad. liebte es, wenn der wind durch ihr haar fuhr. sie würde stunden im bad verbringen müssen, um ihre haare wieder zu entknoten. spülungen, kuren, kämpfe mit fingern, kamm und bürste. egal. sie mochte das kitzeln der haare in ihrem gesicht. sie liebte es offen zu fahren. ihn dabei zu beobachten, blicke trafen sich, grinsend.
haare aus ihrem gesicht gestrichen, hände auf sein bein gelegt. leben und lieben. hamburg.
kaffe trinkend, schlendernd, sich von der sonne bescheinend den tag verbringen, was essen gehen, jeder klaut vom anderen teller, mikado mit zahnstochern, sein arm auf ihrer schulter, stundenlang einfach nur sitzen, reden, lachen, beobachten, andere, ihn, sie. glücklich sein. nachts über den kiez, hotel oder zurück fahren? er will im eigenen bett schlafen. “dann fahren wir morgen einfach noch mal nach hamburg, oder?” “ja, du irrer” lacht sie und schlägt die autotür zu.
auf der rückfahrt schläft sie ein. als er in der tiefgarage parkt wird sie wach. “es ist schön, dich beim schlafen zu beobachten” sagt er leise, küsst ihre stirn. sie lächelt. auch noch, als sie aneinandergekuschelt einschlafen.
draussen beginnen die vögel zu zwitschern.
* ich mag werbung!
Posted on October 8th, 2008 by mel. Filed under alles, schimpfschreibe.
zum einen fand ich schon immer filme toll, die in sekunden / minuten eine kleine geschichte erzählen, zum anderen ist es durchaus hilfreich, zu sehen, was sich so in der welt tut. werbung hat durchaus einen gewissen nützlichen informationsghehalt.
ich denke da nur an die tchibo werbung, die oft auf webseiten auftaucht. hey! ich bin ne frau, ich finde das toll, dass es jeden dienstag eine neue seite schnick & schnack gibt. dinge, die man eigentlich nicht braucht, aber die gerade superbillig zu bekommen sind oder die einen auch nur daran erinnern, dass man sie irgendwannmal brauchen könnte. ne, tchibo´s non-cafe-artikel mag ich. den kaffee weniger, aber der wird ja auch nicht so heiss umworben, wie er getrunken wird.
ich bin auch immer ganz enttäuscht, wenn es ne woche kindersachen oder aufstehhilfen und rollatoren gibt, da ist dann nix für mich zu holen. und weil ich manchmal vergesse, dass schon wieder ein neuer dienstag ins land gegangen ist, bin ich den aufflackernden bannern dankbar. “jede woche eine neue idee” und ich hätte sie fast nicht mitbekommen!
aber werbung ist nicht nur nett und hilfreich. manchmal verbringe ich ganze abende damit, mich über sie aufzuregen. bei bestimmten warengruppen ist die trefferquote da wirklich hoch!
ein gefühl der ewigen langeweile breitet sich bei allem aus, was mit putzen zu tun hat. putzen an sich ist ja schon langweilig und ein notwendiges übel, aber ein bisschen mehr laune könnte man ja wenigstens über die werbung auf die to-do-liste gemalt bekommen, oder? waschmittel scheint in jeder werbeagentur die drecksarbeit für die azubis zu sein. da fehlts einfach an allem! der leise versuch, männer in diese werbung zu integrieren scheitert ja auch schon daran, dass statt mutti nun lediglich der selbständig wäschewaschende sohn die verschmutzen textilien in die maschine stopft. na super, ich seh nur ne waschmaschine und schon schaltet mein hirn ab.
hat schon mal irgendwer waschmittel aufgrund von werbung gekauft? ich für meinen teil gehe ins geschäft, schnupper die pakete durch und lass mich davon überzeugen. ist das eigentlich ein deal mit henkel & co., dass fast alle billigwaschmittel wie honk riechen? ich würde nicht anzweifeln, dass sie genauso sauber waschen, wie die klassischen markenprodukte, aber wer will denn, dass die eigene wäsche so riecht? da kann ich sie gleich sauberklopfen und müffeln lassen!
meine lieblinge in der werbung sind aber die körperpflege- und kosmetikprodukte, die kommen noch vor den lebensmitteln!
da kommen die macher doch ständig damit an, dass man sich doch gefälligst diese scheissteuren produkte zu kaufen hat, weil man sich selbst sonst nicht schätzen würde und suggerieren einem die ganze zeit, dass man auszusehen hat, wie man nie aussehen kann, - noch gibt es keine brillen, die den photoshop weichzeichner automatisch über das gesehene legen - nur damit das selbstwertgefühl in den keller geht und man glaubt, es sich mit dem konsum von diesem zeug wiederzuholen? na danke auch!
meine aktuelle lieblingswerbung zu diesem thema ist im moment eine bekannte blaue creme, die nun mit ihrem neuen produktnamen unterschwellig erzählen würde, sie würde direkt da eingreifen, wo wir menschen nix zu suchen haben: in den genen… eine nett aufgemachte frau, als reporterin getarnt, geht auf einen kerl zu um ihn zu fragen, ob sie alles richtig gemacht hat. natürlich hat sie! krönung finde ich aber: der typ ist die absolute hackfresse! das ist, als ob ich eine magersüchtige nach tollen geschäften für übergrössen frage! und was heisst überhaupt der trend “jünger & frischer aussehen”? was für ein bescheuerter trend soll denn das bitte sein? es spricht überhaupt nichts gegen körperpflege, es spricht auch nichts dagegen aus seinem aussehen das beste zu machen und der welt seine schokoladenseite zu zeigen, aber dieses ewige jungbleiben-wollen kotzt mich an! es wird da nicht nur die entwicklung der aussenhülle verteufelt, auch die geistige reife scheint böse böse böse zu sein! erwachsen werden? nicht mit mir!
willkommen in der welt der masken und botox-festgetackerten fressen. das ist gruselig! ich persönlich finde das auch wesentlich gruseliger, als die tatsache hinzunehmen, dass das leben mit zerfall und tod endet.
gleich hinter der “schöner leben mit einer totgestellten hülle” - werbung kommt die der lebensmittelindustrie. was wir so angeblich alles brauchen um gesund zu (über-)leben, ist wirklich erstaunlich! alleine die ganzen links-, rechts- und pirouettendrehenden bakterien, die uns zu einem besseren scheisshauserlebnis verhelfen sollen, lassen mich ernsthaft in erwägung ziehen, einer minderheit OHNE verdauungsprobleme anzugehören!
und was alles wichtiges in süssigkeiten ist, ohne die unsere kids dem grauen der mangelernähung schutzlos ausgeliefert sind: man ahnt es nicht. man wundert sich nur, dass wir trotz der ständig lauernden gefahr nicht alles zu bekommen, was wir brauchen, immer älter werden. seltsame sache, das.
ich werde mich jetzt wieder der immunologie zuwenden, mir gefällt das: alles, was nichts in mir zu suchen hat, wird von meinen kleinen lymphozyten gefressen und vernichtet…
schade, dass es keine g-lypmhozyten gibt. g für eingedrungene gedanken, die in mir nichts zu suchen haben!